Gläserne Architektur

Mit dem ERP-System nach Brasilien: Eine Herausforderung der besonderen Art

Brasilien macht es internationalen Investoren und Unternehmen, die sich in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas niederlassen wollen, noch immer recht schwer. Der Weltbankreport 2018 zu den Geschäftsmöglichkeiten am Zuckerhut weist Brasilien aktuell den 125. Platz von 190 untersuchten Ländern hinsichtlich ihrer Investitionsfreundlichkeit zu.

Das liegt nicht zuletzt an der Komplexität des Steuersystems: Mehr als 90 verschiedene Steuerarten erhebt die Amazonasrepublik, und jede Verwaltungsebene darf eigene Abgaben erheben. Das sind neben der Bundessteuerbehörde (Receita Federal do Brasil - RFB) auch die 27 Bundesstaaten und nicht weniger als 5.570 Gemeinden. Kein Wunder also, dass in Brasilien laut einer Untersuchung sage und schreibe 51 Änderungen im Steuerrecht zu verzeichnen sind – pro Arbeitstag!

Es ist diese schier undurchdringliche Vielfalt an Regularien und Vorschriften – nicht nur im Steuerwesen, die Brasilien auch im laufenden Jahr wieder den fragwürdigen Titel des Landes mit dem am meisten Zeit kostenden Steuersystem beschert. Der aktuelle OECD-Länderreport listet Brasilien mit fast 2000 Arbeitsstunden für ein durchschnittliches Unternehmen einsam an der Spitze – während der OECD-Durchschnitt nur knapp ein Zehntel dieser Zeitspanne beträgt. Unternehmen, die hier ihre Compliance vernachlässigen, riskieren hohe Strafen: Aufschläge von 75 Prozent auf Steuernachzahlungen sind die Regel – bei nachgewiesenem Vorsatz beträgt der Strafsatz sogar 150 Prozent. Grund genug also, bei einem ERP-Rollout wie SAP ERP behutsam vorzugehen. Je früher man sich hier Hilfe und Unterstützung von ausgewiesenen Experten holt, die etwas von SAP UND der brasilianischen Gesetzgebung verstehen, desto reibungsloser läuft das Projekt. Ein Unternehmen, das diese Expertise besitzt, ist Phoron.

Dass die Abschottung des brasilianischen Marktes nach wie vor hoch ist, beweisen zwei andere Zahlen aus der OECD-Studie: Die brasilianischen Zollsätze gehören mit einem Durchschnittswert von über 8 Prozent zu den höchsten der Welt. Und das Clearing von ein- und ausgeführten Waren dauert im Schnitt vier Mal so lang wie beispielsweise in Singapur.

Regulatorik und Sprachbarrieren erhöhen Fehleranfälligkeit

Hinzu kommen exorbitante Zollsätze bei eingeführten Anlage- und Investitionsgütern: Fast 10 Prozent Aufschlag müssen hier einkalkuliert werden. Eine höhere Belastung von Investivkapital gibt es in keinem der von der OECD untersuchten Märkte. Mit dieser Abschottung einher geht die bereits erwähnte bürokratische Verzweigung sämtlicher Verwaltungsebenen, die sich in einer Steigerung der Beschäftigtenzahlen im öffentlichen Dienst bemerkbar macht: Allein die Gemeinden stellten zwischen 1998 und 2014 gut drei Millionen neue Verwaltungsangestellte ein. Das ist ein Plus von mehr als 160 Prozent.

Die administrativen Hürden sind das eine: Doch auch die Sprachbarriere macht eine Lokalisierung schwierig. Denn Englisch kann höchstens auf der Managementebene vorausgesetzt werden. Auf der Angestelltenebene sind – auch bei IT-Personal – lediglich rudimentäre Englischkenntnisse zu erwarten. Das öffnet Kommunikationspannen und Missverständnissen Tür und Tor und führt in der Implementationsphase von ERP-Systemen im Land oft zu gravierenden Fehlern, deren Folgekosten schnell im sechsstelligen Bereich liegen können.

Reporting- und Wartungsaufwände optimieren

Mit den vielen Steuern, Regularien und Kontrollen versucht die brasilianische Regierung, Betrug sowie Bestechung zu bekämpfen. Dies macht aber auch ein globales Reporting für Unternehmen sehr komplex. Zudem verlangen die vielen steuerlichen Änderungen einen hohen Anpassungs- und Wartungsaufwand im ERP-System-Betrieb. Aus diesem Grunde ist es essenziell, einen Partner mit ins Boot zu holen. Dieser sollte zum einen die Komplexität des Landesrollouts in Brasilien mitigieren und zum anderen bereits bei der Adaption des ERP dafür Sorge tragen, die Standartlösung nicht zu sehr durch länderspezifische Anpassungen zu verwässern. Denn damit können Folgekosten bei der Wartung und Updateprozesse vervielfacht werden.

Vorausschauende Wahl des Partners macht sich bezahlt

Phoron ist spezialisiert auf SAP-ERP-Rollouts von europäischen Unternehmen aus dem Mittelstand in Brasilien. Unternehmen aus allen Branchen profitieren dabei von:

  • Über 12 Jahre Erfahrung mit SAP-Implementierungen und Rollouts in Brasilien
  • Experten vor Ort: Portugiesisch und projektfähiges Englisch sprechende Berater in Europa sowie Brasilien: 15 in Europa, 30 in Brasilien
  • Support aus einer Hand: Ganzheitliche Betrachtung und Durchführung der Rollouts durch Phoron-Berater
  • 2 statt 40 Beratertage: Das SAP-ERP-Template Beyond.Brasil ist passgenau auf den brasilianischen Markt zugeschnitten. Verkürzte Durchlaufzeiten und reduzierter Testaufwand beschleunigen den Rollout und senken die Kosten drastisch.

Fazit: Eine Expansion nach Brasilien als überdurchschnittlich wachsendes Schwellenland lohnt sich auch für den Mittelstand. Nachhaltig profitabel kann dieser Schritt aber nur gelingen, wenn die länderspezifischen steuerrechtlichen und regulatorischen Klippen zusammen mit einem erfahrenen Navigator wie Phoron erkannt und umschifft werden.

Praxistag: Erfolgreiche Einführung und Betrieb eines SAP Systems in Lateinamerika

Um einen Rollout nach Argentinien, Brasilien oder Mexiko erfolgreich zu meistern, ist es wichtig, die Stolpersteine zu kennen und Risiken zu reduzieren.
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