Deutsche Unternehmen harmonisieren ihre internationale IT

Brasilien und China im Fokus

International agierende Unternehmen aus Deutschland treiben die Harmonisierung ihrer globalen IT-Landschaften aktuell kräftig voran. Fast ein Drittel der Unternehmen plant ein internationales SAP-Projekt in den kommenden 24 Monaten. Eines der häufigsten Ziele ist hierbei das WM-Land Brasilien: Allein sieben Prozent der SAP-Rollouts sollen hier stattfinden. Dies ergab eine aktuelle Studie der Emanuel Koch Unternehmensberatung im Auftrag der Phoron GmbH aus Wien, Stuttgart und São Paulo. Die Befragung von 269 IT-Verantwortlichen zur Studie „Internationale SAP-Rollouts“ fand im Oktober 2013 statt.

Weltweit Märkte zu erschließen ist eine der großen Stärken deutscher Unternehmen. Diese bauen hierzu schon seit Jahren ein Netzwerk von internationalen Beteiligungen und Tochterunternehmen auf. So ist es nicht ungewöhnlich, dass auch Mittelständler ein weltweites Unternehmensnetz steuern müssen. Dies ist ohne eine ERP-Infrastruktur nicht möglich. Aus Compliance- Anforderungen und um eine größtmögliche Transparenz über die internationalen Beteiligungen zu bekommen, treiben die Unternehmen die Harmonisierung und Zentralisierung internationaler IT-Strukturen voran. 74 Prozent der befragten IT-Leiter gaben an, dass sie ihre IT zentral betreiben wollen. Die internationale Harmonisierung der SAP-Landschaften wird deshalb in 2014/15 deutlich vorangetrieben. 32 Prozent der Unternehmen planen internationale SAP-Rollouts – bei 23 Prozent existiert ein Budget hierfür und bei 9 Prozent ist dies in einer früheren Planungsphase.

Wie sehr den Unternehmen hierbei der Schuh drückt zeigt, dass 61 Prozent der befragten IT-Leiter angaben, die Abschaffung gewachsener IT-Landschaften sei am häufigsten eine große oder sehr große Herausforderung bei der Internationalisierung ihres Unternehmen aus IT-Sicht.

Hinzu kommen 60 Prozent, die die Integration der internationalen IT-Strukturen als große oder sehr große Herausforderung ansehen.

Das Beispiel Brasilien zeigt, dass viele Unternehmen noch auf gewachsenen Strukturen arbeiten, und wo hier besondere Herausforderungen liegen. Hierzu wurden Unternehmen mit rechtlich abhängigen brasilianischen Tochterunternehmen nach dem in Brasilien eingesetzten ERP-System befragt. Bei den deutschen Muttergesellschaften ist SAP das gesetzte ERP-System. In Brasilien verwenden erst 58 Prozent der Beteiligungen SAP-Systeme. 21 Prozent der Unternehmen in Brasilien setzen eine lokale brasilianische Lösung ein. „Letzteres liegt an den besonderen gesetzlichen Anforderungen an das Berichtswesen in Brasilien“, meint dazu Gernot Stöger, Experte für internationale ERP-Projekte.

„Aufgrund vor Ort geltender Anforderungen wagen sich Unternehmen erst nach und nach an die Standardisierung der brasilianischen Prozesse und im gleichen Schritt an die Harmonisierung der ERP-Systeme“, weiß Stöger als Geschäftsführer der Phoron GmbH aus Wien, Stuttgart und São Paulo zu berichten. Phoron hat im Laufe der letzten Jahre dutzende Unternehmen bei der Erstellung und Umsetzung einer SAP Strategie für Brasilien unterstützt.

Brasilianische ERP-Lösungen werden vielfach auch mit dem Kauf von Unternehmen übernommen. Diese sind exakt an die Bedürfnisse vor Ort angepasst, müssen aber teilweise aufwändig in zentrale SAP-Strukturen integriert werden. Hinzu kommt, dass diese dezentral in Brasilien betrieben werden müssen – aufgrund fehlender Kompetenzen in Deutschland. Deshalb ist es naheliegend, dass Unternehmen hier zu zentralen SAP-Templates greifen. „Die Besonderheiten der brasilianischen Prozesse können entlang der Wertschöpfungskette durchaus zu einem großen Anteil innerhalb des globalen SAP-Templates abgebildet werden“, erklärt Stöger.

Die Befürchtung von Unternehmen, dass sie für Brasilien komplett eigene Prozesse implementieren müssen, sei ungerechtfertigt. „Für einige spezielle Berichtsprozesse ist das auch richtig. Dies kann jedoch mit vertretbarem Aufwand umgesetzt werden. Wenn man über den Standard Einkauf und Verkauf spricht, kann das durchaus im Rahmen von globalen Templates mit weltweit standardisierten Prozessen realisiert werden“, so der Experte.

„Standardisierte und harmonisierte Geschäftsprozesse schaffen dann die Transparenz im Reporting und in der Supply Chain, die für die Steuerung weltweiter Einheiten notwendig ist.“ Außerdem könne gleichzeitig über eine Zentralisierung der SAP-Systeme nachgedacht werden, was die IT-Kosten auch für den Betrieb und Support reduzieren kann. „Zumindest ist Brasilien kein Niedriglohnland. Gerade im Hinblick auf IT-Personal nicht“, so Stöger, der auch deshalb die Vorteile einer System- und Prozessharmonisierung für seine Kunden sieht.

 

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